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Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
von Holger Pascher
Es ist Juni, das Wetter meint
es mit uns Karpfenanglern am Neckar nicht gerade gut, den
ganzen Tag 30 Grad, die Fische sind durch die Wetterschwankungen
der letzen Wochen mal wieder im Laichgeschäft und die Braunalgen
erhöhen die Beißlaune der Fische auch nicht gerade. Jetzt
fehlen mir nur noch Meldungen von anderen Karpfenanglern die
in ihren tiefen Baggerseen fischen (die haben nämlich jetzt
die richtige Wassertemperatur) und mir fröhlich SMSen wie
viele Runs sie letzte Nacht hatten, um den Neckar wieder mit
Scheißbach und Drecksbrühe zu betitulieren.
An dieser oben beschriebenen Situation kann man, wenn man,
die Bedürfnisse der Karpfen in dieser Zeit kennt, erhebliches
ändern.
Ich beschloss bei diesen Bedingungen nur noch schmale Teilstücke
des Neckars zu befischen, die als Durchgangsplätze
bekannt sind und die Karpfen beim Zug zum und vom Laichen
frequentieren. Ebenso fischte ich an Plätzen an denen Bäche
in den Neckar fließen. Da diese, kälteres und sauerstoffhaltigeres
Wasser einbringen gehören sie zu den guten Plätzen des Sommers.
Und nun zum Topplatz schlechthin, das Unterwasser der Schleusen.
Ich kenne keinen Bereich der in den letzten Jahren derart
viele und große Karpfen hervorgebracht hat. Man fängt weil
Sie permanent da sind Es gab Zeiten, als man beim ablegen
der Rute, Bisse bekam. Leider wird es in den letzten Jahren
immer schwerer an den Schleusen zu fischen, weil um diese
Zeit der Waller sehr aggressiv ist und ihm hier mit der Spinnrute
nachgestellt wird. Spätestens nachdem 10 ten Aufplatscher
eines gewaltigen Löffels (am Tag locker 1000) ist das Unterfangen,
hier noch einen Karpfen zu fangen gleich Null. Da diese Tendenz
steigend ist und von“ einigen Welsanglern“ ohne Kompromissbereitschaft
durchgezogen wird, auch wenn man vor ihnen am Platz war und
sie sich einen Spaß daraus machen die Karpfenmontagen aufzusammeln
, gehört der Topplatz bald der Vergangenheit an.
Durch das konsequente fischen an diesen Plätzen konnte ich
meine Fangquote in dieser Jahreszeit erheblich verbessern.
Die Durchgangsplätze brachten mir Karpfen die abgelaicht hatten
aber auch Fische die zum Laichen zogen (nicht alle Karpfen
laichen gleichzeitig). Im Schleusenbereich fing ich fast ausschließlich
Milchner (weiß der Teufel warum). Eine Besonderheit hatten
aber alle. Sie bissen nur Tagsüber, was mich ausser Gefahr
bringt, mich mit dem veralteten und nur noch bei uns (BW)
geltenden Nachtsfischereiverbot ins Konflikt zu kommen.
Mit dem Füttern solltet ihr sparsam sein, lieber Qualität
statt Quantität .
Die Oriental Robin Red und BB Mussel Boilies( ja ich weiß
es gibt noch andere Geschmackssorten, sind halt meine Favoriten)
aus dem Programm von T.K the Baits of Glory werden hierbei
schlecht zu Toppen sein.
Die Angelruten und Rollen solltet ihr im Schleusenbereich
ruhig eine Nummer größer wählen, da Wurfweiten von 100 Metern
gefragt sind und Karpfen durch die starke Strömung der Kraftwerksturbinen
gedrillt werden müssen.
Harter Drill
Als Haken verwende ich hier
Modelle deren Hakenspitze
nach innen zeigen zum Line Aligner gebunden in den Größen
4 und 6 .Diese Haken besitzen den Vorteil, dass sie beim einholen
nicht so leicht stumpf werden und sich optimal im Fischmaul
festsetzen. Der Karpfen erleidet keine Verletzungen,
welche man bei einigen Fischen die schon mehrmals mit falschen
Montagen gefangen wurden leicht feststellen kann. Das Pod
sollte ebenfalls einen guten Stand besitzen da man an vielen
Schleusen auf Beton fischt. Die Rod und Tripods von Filip`s
Angeltechnik waren hierbei immer verlässlich und flexibel
einsetzbar .Noch ein Tipp das Fischen an den Staustufen lässt
sich zu zweit, weit besser bewerkstelligen, weil sich das
Keschern eines Karpfens, alleine, im Turbinenwasser zum Teil
als unlösbare Aufgabe darstellt, die Aussteigerrate wäre enorm
hoch.
Ich hoffe das ich euch ein bisschen durch die warme Jahreszeit
geholfen habe und wünsche euch dass ihr immer
zur richtigen Zeit am richtigen Ort seid
Holger Pascher.
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