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Tiefergelegt
- von Tomi Popoviæ
Über das Absenken von Schnüren
Situation 1.
Spätherbst - ich befischte am Neckar eine Stelle (mit einer
Rute) auf der gegenüberliegenden Uferseite. An diesem Spot
habe ich eine lang gezogene Muschelbank entdeckt und schon
ein paar schöne Karpfen überlisten können. Jedoch ist diese
Uferpartie absolut unzugängig und bietet keine Möglichkeit
sich dort zu postieren, so dass ich diese Stelle anwerfen
musste. 
Vermutlich waren wegen der fast Unerreichbarkeit des Platzes
und der Ruhe, die dort herrschte, die Fische in ziemlich guter
Fresslaune. Bisse kamen den ganzen Tag über, aber auch nur
dann, wenn die Ruten mindestens eine halbe Stunde im Wasser
liegen blieben. Jedoch fahren die Schiffe im 15-Minuten-Takt
und jedes Mal müssen die Ruten rausgezogen werden. So ist
es mir ein paar Mal passiert, dass ich im Stuhl kurz eingeschlafen
bin und den ankommenden Dampfer erst bemerkt hatte, wenn mich
der Mega-Run aus dem Schlaf gerissen hatte. Kurz darauf hatte
ich folglich einen geilen Drill mit dem 10500cm langen Holger
Krieger - das Ergebnis ist schon zu ahnen...
Situation 2.
Es war ein sonniger Mittag und ich lag auf meinem Bedchair
am schönem Lac de St. Cassien. Ich war gerade bei der Verarbeitung
der Ereignisse der letzten Nacht, die mir zwei schöne Karpfen
bescherte, als sich
mein Bissanzeiger von der an dem gegenüberliegendem Ufer abgelegte
Rute wieder meldete. 
Geil, dachte ich, es geht Schlag auf Schlag. Schnell war ich
an der Rute und der Drill des „Mittagsfisches“ ging los. Plötzlich
ist mein Blick am Boot eines Raubfischanglers hängen geblieben.
Dieser hatte sich auf Mitte des Südarms bewegt und ich konnte
sehr gut erkennen, dass der Anglerkollege im Boot Probleme
mit seinem „Fang“ hatte. Mit viel Fluchen und ungewöhnlicher
Drillart hatte er versucht, das „Ungeheuer“ ins Boot zu ziehen.
Aber nach jedem gewaltigen Anhieb der Rute spürte ich auch
„Bewegung meines Fisches“.
Kurzum, der Kollege hatte beim Kunstköderschleppen meine Schnur
erwischt.
OK, bin bereit, wegen am anderen Ufer abgelegter Montage Kritik
zu empfangen, wobei ich sagen muss, dass es in diesem Moment
nicht ganz zu verurteilen war. Nämlich nach dem Jahrhunderthochwasser
war am anderen Ufer kein Karpfenangler zu sehen und auch keine
Raubfischangler in der Mitte des Sees (nur Ruderrinnen).
Nott macht erfinderisch
Nach noch einigen ähnlichen Situationen bin ich zu der Einsicht
gekommen, dass nur mit abgesenkten Schnüren die Probleme gelöst
werden können. Jedoch waren für die gerade beschriebene und
ähnliche Situationen auf dem Angelmarkt erhältliche Absenkbleie
nicht brauchbar. So waren die Gewichte dieser Bleie derart
gering, dass das Absenken an großen Seen oder Flüssen fast
unmöglich war. Sie haben nicht einmal der schwachen Strömung
des Flusses standgehalten und keine Rede davon, dass sie nach
den vorbeifahrenden Schiffen noch dort lagen, wo sie abgelassen
wurden.
An großen Seen, an denen Fischen mit der Unterwasserpose ein
Muss ist, waren die Bleie auch nicht verwendbar - gerade wegen
dem niedrigem Gewicht und zusätzlich hingen sie während des
Drills die ganze Zeit an der Schnur.
Und, und, und... ich könnte hier noch viel aufzählen, was
die damaligen Absenkbleie (die gibt’s aber immer noch zu kaufen)
nicht hatten und nicht konnten.
Also, die schon oben beschriebenen Situationen wollte ich
mir nicht vermasseln lassen und ich wollte weiterhin an solchen
Stellen ungestört und uneingeschränkt angeln. Folglich musste
ein ganz neues Absenkblei her.
Das Blei müsste den sehr hohen Wasserdruck auf der Schnur
aushalten und dort bleiben, wo es abgelassen wurde. Das heißt,
das Absenkblei muss ein großes Gewicht haben und trotzdem
im Drill kein Störfaktor sein.
Ich hasse es, wenn mir während des Drills noch etwas außer
dem Montagenblei an der Schnur hängt, da dieses eine potentiale
Gefahr darstellt, den Fisch zu verlieren.
Und sowieso - wenn’s hängt, nix gut, oder? Also, das Absenkblei
muss einen Mechanismus oder ein Patent besitzen, der nach
dem Biss oder dem Rutenanhieb die Schnurbefreiung ermöglicht.

Die Form und das Gewicht des Bleies waren schon von Anfang
an klar - schwer muss es sein!
Ich habe schon mit flach gepressten
175-er Ball Bomb rumexperimentiert. Das Blei sollte so flach
wie möglich sein und mit einer ziemlich großen Fläche, so
dass das Blei beim Absenken auf den Gewässerboden aufrecht
bleibt und für optimales Schnurgleiten sorgt.
In der ersten Zeit habe ich es mit verschiedenen Schnallen
und Clips versucht, das sichere Ein- und Aushängen der Schnur
zu realisieren -vergeblich. Bis ich eines Tages bei der Aufräumarbeit
meiner Tacklebude zwei uralte Swinger entdeckte.
Diese alten Dinger hatten etwas, was mir helfen und die Lösung
aller meiner Probleme sein könnte. Es waren Einhängeclips,
die so etwas wie ein Einstellrad hatten. Mit
diesem Einstellrad konnte man je nach der Schnurstärke/Schnurspannung
das Aushängen einstellen - das heißt, wieviel Kraft man einsetzen
muss, um die Schnur von dem Clip zu lösen. Und wieder wurde
rumgebastelt, bis ich, meiner Meinung nach, das idealste Absenkblei
vor mir hatte.
Somit erhielten Bekannte von mir, die sich schon seit einiger
Zeit mit der Bleiproduktion beschäftigten, den Auftrag, ein
paar Proben herzustellen.
Denn erst, wenn das Produkt da ist, kommen die Ideen und Möglichkeiten,
wie man es einsetzen kann.
Zuerst wurden sie in den Situationen getestet, an denen die
Idee und Bedarf für so etwas entstanden ist. Ein paar Stück
habe ich meinem Kumpel Marian gegeben, um seine Meinung zu
hören, da er schon öfters ähnliche Angelprobleme hatte.
Schiffsverkehr
Zuerst haben wir die Bleie zusammen beim Angeln an einer Stelle,
die sich in der Nähe einer Schleuseneinfahrt befindet, getestet.
An dieser Stelle sind die an Fahrrinnen (Tiefe von ca. 3,5
m bis 4,5 m) abfallenden Kanten (von ca. 4 m bis 7,5 m) in
bestimmten Jahreszeiten sehr interessant und produktiv. 
Dieser Platz ist besonderes tagsüber produktiv und es war
schön, vor oder nach der Arbeit ein paar Stunden zu fischen
und dabei auch noch Karpfen zu fangen.
Es gab noch die Möglichkeit, den Spot von der anderer Seite
zu befischen, was aber Anwerfen oder gar mit dem Boot die
Montage schleppen bedeutet. Bei Anwerfen wäre das Anfüttern
mit kleineren und weicheren Boilies unmöglich und mit dem
Boot ist der Aufwand für so eine kurze Session zu groß. 
Von der Spundwand aus zu fischen war folglich am einfachsten
und mit 2 lb Ruten viel schöner als mit Weitwurfstöcken von
3 und mehr lb.
Jedoch war es bisher bei dem intensiven Schiffsverkehr nicht
möglich, die Montagen längere Zeit am Spot liegen zu lassen.
Doch nun sollte es mit diesen „Extreme Back Leads“ neue Möglichkeiten
geben.
Wir warfen unsere Montagen so aus, dass sie vom Anfang bis
zum Ende der Kante lagen. Die Ruten wurden auf dem Rod Pod
abgelegt und dann das „EBL“ eingehängt. Auf Grund des starken
Soges (verursacht von vorbeifahrenden Schiffen), wurde das
Rad am Einhängeclip ein wenig härter eingestellt, damit sich
die Schnur nicht von alleine aushängt.
Mit einer Hand wird die Schnur - die wir schon vorher an der
seitlichen Öse des Bleies angebunden haben - dem „EBL“ gegeben
und mit der anderen Hand wird die Schur von der Rolle heruntergezogen,
bis das „EBL“ auf dem Grund liegt. Danach
wird der Schnurwickler (gehört zu dem „EBL“) entweder mit
zwei Heringen am Boden festgemacht oder (wenn nur Beton vorhanden)
z. B. am Bein des Rod Pods befestigt. Hauptsache ist, es stört
nicht beim Laufen um das Rod Pod herum.
Nun wird die Schnur nachgespannt, so dass auf dem Gewässergrund
kein „Schnurbauch“ entsteht und die Aufgaben des „EBL’s“ erfüllt
wird. Wir lassen das Absenkblei ziemlich nah an der Spundwand
(ca. 1 m bis 1.5 m), da alles andere in bestimmten Situationen
nicht gut sein könnte - z. B. wenn ein ankommendes Schiff
auf freies Signal an der Spundwand kurz warten muss. In
dieser Situation ist das Schiff kurz vor der Rutenspitze und
nur dann und bei starkem Gewitter beten wir, dass kein Biss
kommt.
Wenn Bisse in der Schiffsverkehrspause kommen sind die Runs
meistens ziemlich heftig und die richtige Rolleneinstellung
und ein stabiles Rod Pod sind erforderlich.
Beim Anheben der Rute wird durch das hohe Gewicht des Extreme
Back Leads (180 g), die Schur aus den Einhängeclip gelöst
und der Drill kann beginnen.
Nach der Fotosession und dem erneuten Auswerfen wird das „EBL“
eingeholt und erneut an die Hauptschnur eingehängt - bis zum
nächsten Run.
Für diese Situation muss ich noch erwähnen, dass der Einsatz
einer starken Schlagschnur erforderlich ist, da beim Absenken
die Schnur sehr stark in Kontakt mit dem Gewässergrund kommt,
und ab und zu an einen Kiel eines Schiffes.
Auf diese Art erfolgt während des Runs der Schnurabzug dicht
am Gewässergrund. Sehr oft sind am Anfang der Kante große
Steine oder Drähte, so dass der Fisch die Schnur eine gewisse
Zeit durch diese Hindernisse hindurchzieht. Durch Verwendung
von starken Mono-Schlag-Schnüren ist es uns noch nie passiert,
dass wir einen Fisch durch Schnurbruch verloren haben.
Somit war die am Anfang des Berichtes beschriebene Situation
nun mit dem Extreme Back Lead auch zu meistern. Die am anderen
Ufer liegende Muschelbank konnte ich somit weiter erfolgreich
befischen. 
Man muss nur sehr aufpassen, wohin man das Absenkblei ablegt.
An Flüssen und Kanälen mit intensivem Schiffsverkehr muss
das Absenkblei auf (fast) gleicher Tiefe wie die Mon-tage
abgelegt werden. Darum sollte man sich vorher möglichst viele
Informationen über das Fluss-Kanalbett und die ausgesuchte
Stelle einholen.
Wenn der richtige Absenkplatz mehrere Meter vom Ufer entfernt
ist, muss man nach dem Auswerfen das „EBL“ an die Schnur einhängen
und die Rute hochheben. Nun lässt man es an der Schnur gleiten,
bis es über die Stelle kommt, an der es abgelassen werden
soll.
Es bringt uns nichts, wenn man auf drei Meter absenkt und
unsere Montage liegt am anderen Ufer auf sechs oder mehr Metern
Tiefe. In dem Fall wird das Schiff entweder mit dem Kiel oder
mit der Schraube unsere Schnur erwischen und einiges an Materialverlusten
herbeiführen.
Oberflächenschmutz
Wie schon erwähnt, werden alle Einsatzmöglichkeiten erst richtig
erkannt, wenn das Produkt da ist. 
Marian und ich befischten einen sehr produktiven Streckenabschnitt,
an dem aber nur zu bestimmten Zeiten störungsfreies Fischen
möglich ist. Auf der anderen Seite des Flusses befindet sich
nämlich ein Warmwassereinlauf, dessen Strömung stärker ist
als die des Flusses und praktisch die Neckarströmung durchquert.
Dadurch bildet sich eine Wasserstauung und damit auch einen
Schmutzstauung.
In Interwallen, in denen die Schiffe weniger fahren kann,
sich dort eine große Menge von schwimmendem Dreck ansammeln.
Am schönsten dort zu fischen wäre nach 22.00 Uhr, da dann
der Schiffsverkehr eingestellt wird und es somit auch keinen
Oberflächenschmutz gibt.
Aber, leider Gottes, ist Nachtfischerei in Baden-Württemberg
aus traditionellen und emotionellen Bindungen zu einem Fischereigesetz
aus dem Jahr 1888 und dem Jahr 1894 nicht gestattet.
Gott sei Dank haben die Carps auch tagsüber (ab 6.00 Uhr morgens)
auf diesem Platz sehr gut gebissen. Doch ab 6.00 Uhr morgens
geht es auch mit dem Schiffsverkehr wieder los und somit auch
das Theater mit dem Schmutz.
Es ist egal, ob die Schnur nur ein Meter vom Ufer entfernt
ins Wasser geht, irgendein Sch...dreck bleibt immer in der
Schnur hängen und je nach der Größe des Hängers, und wie schnell
man an der Rute ist, ist ausschlaggebend, ob man die Montage
wieder sehen wird oder nicht, da die Kante ziemlich steinig
ist.
Wir haben auch versucht, mit der Rutenspitze nach unten zu
angeln, aber dann besteht die Gefahr, dass der Fisch nach
dem Haken die Schnur über die ganze Kante abzieht und sie
gleich beschädigt oder gar abtrennt.
Nun haben wir es mit den „EBL“ versucht. Wir haben das Blei
nach dem Einhängen an der Schnur auf den letztem Stein vor
dem Wasser aufgestellt, so dass die Schnur nach einigen wenigen
Zentimetern in das Wasser eintauchte.
Hierzu sind das große Gewicht, die große Aufstellfläche und
die drei Zentimeter Schnurabstand vom Boden, die das „EBL“
in sich vereint, sehr geeignet.
In dem Moment liegt die Schur über der Steinpackung und der
Kante, und solange nichts passiert, wird dies auch der Schnur
nichts ausmachen. Es ist auch hier ratsam, eine dickere Schnur
zu verwenden, denn mit Schlagschnur und ohne Boot wird man
nicht wirklich glücklich. 
Das Rod Pod wird so aufgestellt, dass die Rutenspitzen Richtung
Him-mel schauen und der Schnurclip wird so eingestellt, dass
schon beim Run die Schnur aus dem Clip raus springt. Durch
fast vertikal aufgestellte Ruten wird der Schnurwinkel vergrößert
und die Schnur während des Runs von der gefährlichen Kante
fern gehalten. Seitdem wir die „EBL’s“ hier einsetzen, haben
wir hier Sternstunden erlebt.
Bootfahrer und Bootangler
Im Jahr 2003 im Mai bin ich zu einem großen See in die wunderschöne
Schweiz gefahren. Außer der Vermutung meines Bekannten, der
mich eingeladen hatte, dass es im See Karpfen gibt, hatte
ich keine weiteren nötigen Infos über das schöne Gewässer.
Wir sind am Wasser entlang gelaufen, um einige Infos von Angelkollegen
zu ergattern. Vier oder fünf Angler saßen auf einem ca. 5
Meter freiem Platz und angelten auf alles was beißt. Als ich
nach Karpfen und der Fischerei mit Boilies gefragt habe, sah
ich in deren Gesichter leichtes Grinsen und manche haben mit
dem Kopf ganz bedeutend geschüttelt. Es gäbe zwar Karpfen
in dem See, aber sie haben noch keinen Angler gesehen, der
sie mit dem Boilie befischt hat.
OK, jetzt bin ich schon da, zwei bis drei Tage sind schon
eingeplant und für den schlimmsten Fall hatte ich genügend
Mais dabei (eingeweicht und abgekocht als Beifutter).
Nach einer langen Auskundschaftsfahrt mit Boot und Echolot
hatte ich mich entschieden, mein Camp in ei-ner trichterförmigen
Schilfschneise am Anfang der Bucht aufzubauen. Die Schneise
war am Ufer ein wenig breiter als mein Schlauchboot und das
Rod Pod musste ca. drei Meter vom Ufer ins Wasser gestellt
werden.
Richtung See ist die Schneise breiter, am Ende ca. 20 Meter.
Zuerst habe ich zwei Spots ausgewählt - den einen auf der
linken Seite am Rande des Schilfs, der angeworfen werden konnte
und einen rechts, etwa 250 m entfernt vom Platz und am Rande
eines übergroßen Seerosenfeldes.
Die Entfernung war nicht so schlimm, jedoch ist der Schilfgürtel
genau in diesem Eck ca. 13 Meter breit und es lagen da auch
einige dicke Äste. Die Schnur konnte ich über diese Hindernisse
nicht abgleiten lassen, oder sollte ich 250 Meter Schlag-schnur
verwenden?
Hmhmhmh, ne,ne!
Aber ein Versuch, auch hier mit dem EBL zurechtzukommen, sollte
stattfinden. Vorher habe ich mir mit dem Echolot Gewissheit
verschafft, dass in dieser Diagonalen kein Geäst oder andere
Hindernisse vorhanden sind. Noch bevor ich die Ruten rausgefahren
habe wurde an der Schilfecke ein Bankstick reingesteckt, der
ca. 20 Zentimeter aus dem Wasser ragte, danach habe ich mit
dem Boot die Montage rausgebracht und ab-gelegt.
Vor dem Abbiegen in die Schneise habe ich meine Schnur für
kurze Zeit in diesen Bankstick eingehängt und dann die Ruten
auf dem Rod Pod abgelegt. Dann bin ich noch einmal mit dem
Boot (spätnachmittags wollte ich nicht unbedingt ins Was-ser)
an den Bankstick und hängte dort meine „EBL“ an die Schnur
ein. Danach entfernte ich den Bankstick und als ich wieder
am Rod Pod angekommen war, befestigte ich an diesem die Halteschnur
vom Absenkblei.
Den zweiten Spot habe ich angeworfen und auch diese Schnur
abgesenkt, so dass ich, falls ich an der rechten Rute einen
Biss bekomme, ungestört mit dem Boot rausfahren konnte. 
Die Arbeit für heute war erledigt, dachte ich mir, und zusammen
mit meinem Bekannten beobachteten wir eine Gruppe von Enten,
die aus den Schilf rausschwammen. Oh, nein, hoffentlich sehen
sie meine Schur, dachte ich, da sie direkt da drauf zuschwammen.
Und dann pip, piiip, piiiip... ich hatte schon mit dem Fluchen
begonnen, als ich die Enten noch 2 bis 3 Meter vor meiner
Schur sah. Das sind nicht die Entchen in meiner Schur gewesen,
sondern ein Biss und das nicht einmal eine dreiviertel Stunde
nach dem Ablegen der Montage - schnell ins Boot und dann Richtung
Fisch.
Schon auf halbem Weg spürte ich den Fisch nicht mehr und ahnte
das Schlimmste. So war es dann auch, der Fisch ist durch das
ganze Seerosenfeld und dann noch durch den Schilfgürtel durchgeschossen,
und daher natürlich verlorengegangen.
Ein zweiter Versuch hat erst am nächsten Morgen Erfolg gebracht.
Ein Fallbiss, was mir gleich Hoffnung gab, dass der Fisch
jetzt die richtige Richtung gewählt hatte. Ein Drill, bei
dem ich schon dachte, dass ich den „Schweizer Riesen“ an der
Leine hatte. Die 2 lb Rute wurde richtig durchgequält und
dann so was?! Ein kleiner Wildkarpfen, der ein richtiger Kämpfer
war.
Nach noch einem verlorenen Karpfen auf diesem Spot habe ich
eine Stunde in die Suche nach einem weniger gefährlichen Spot
investiert. Und das ist mir auch gelungen, auf eine Distanz,
die die Grenze der Möglichkeiten meiner leichten Ruten war.
Doch die Schnur musste wieder abgesenkt werden, da an diesem
See ein enormer Segelbootverkehr herrschte. Auch die Raubfischangler
waren stark unterwegs, so dass das Fischen ohne Schnurabsenken
unmöglich gewesen wäre.
So konnte ich dann doch noch meine Lieblinge fangen, die zwar
keine von den Großen waren, aber allesamt wirklich schöne
Fische. 
Das alles war mir nicht so wichtig, sondern dass meine „EBL’s“
und die Boilies, die am Ende der Testphase waren, auch hier
die Prüfung bestanden haben.
Seit ich die Extreme Back Leads das erste Mal unter die Karpfenangler
gebracht habe, weiß ich, dass sie in vielen Situationen eingesetzt
werden und ihre Aufgaben erfüllen. Ich selber habe sie auch
noch in einigen Situationen eingesetzt, nur, um die alle hier
zu beschreiben, bräuchte ich zumindest die Hälfte der Seiten
dieser Ausgabe des Carp Mirrors. Mit diesem Bericht wollte
ich denjenigen, die mit ähnlichen Situationen nicht zurecht
kommen, nur ein paar Tipps geben.
In dem Sinne, mit oder ohne „EBL’s“, wünsche ich euch schöne
Zeiten am Wasser.
Tomislav Popoviæ
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