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EINER IST IMMER ERSTER
von Oliver Hamp
Nachdem
die Jahre 1991 bis 1996 sehr gute Erfolge gebracht hatten
und der anschließende Ausflug in die „Welt der Waller“ nicht
weniger erfolgreich war, ist es für mich nun an der Zeit im
Jahr 2002 wieder zur wahren Bestimmung zurückzukehren, die
klein und rund ist, gut riecht und gut schmeckt, kurz gesagt,
dem BOILIE. Da die Zeit für´s Angeln auch bei mir nicht unbegrenzt
zur Verfügung steht und sowieso schon keine anderen Hobbies
mehr zuläßt, drängen sich Fertigboilies, die ja mittlerweile
in großer Anzahl und verschiedensten Variationen fast überall
zu haben sind, geradezu auf. Somit entfällt der mühsame Prozeß
der eigenen Boilieherstellung der vor allem beim eifrigen
Testen von Fischmehlmixen auf wenig Verständnis beim Familienanhang
stößt.
Mit Grausen denke ich auch an die Zeit zurück, als man im
Zusammenhang mit Fertigboilies von Leim und Sägemehl ( ist
natürlich alles nicht wahr ! nein, nein und pfui Teufel )
gesprochen hat. Heute sind wir hier weiter und der Markt bietet
in Hülle und Fülle Auswahl von angepriesen guter Qualität.
Der erste Kontakt

So fing ich nun an zu füttern, mit allem
was Rang und Namen hat, oder meint es zu haben, mal mehr und
mal weniger, so war das dann auch mit dem Erfolg , mal mehr
und mal weniger. Mitte des Jahres war im „ Dschungel“ der
Produkte dann das namentlich sehr verheißungsvolle Päckchen
mit der Aufschrift „ The Baits of Glory“ das von mir auserwählte
Objekt. Auch hier habe ich mich wie bei allen andern Produkten
vorab etwas näher informiert und konnte erfahren, das es außer
den „Baits“ auch noch Mixe und Flavour mit zum Teil durchaus
aufregend klingenden Bezeichnungen gibt.
Der erste Versuch
Da ich einen starken Hang ( keine Ahnung
warum ) zu süßen, fruchtigen Aromen habe, entschied ich mich
im ersten Versuch für Tutti Frutti ( Roma ) und Strawberry
( Red Star ).
Ein kleinerer See ganz in meiner Nähe ( Fische bis ca. 15
kg ) den ich gerne als Testgewässer nutze, weil er einen stückzahlmäßig
sehr guten Karpfenbestand hat, erschien mir als geeignet.
Ich wählte einen Platz an dem ich schon
einige Fische gef angen
hatte und fütterte im Abstand von zwei Tagen jeweils 3 kg
Partikel sowie 2 kg Boilies. Das ganze vier mal.
Gerne lege ich das Futter in kleinen Haufen aus, um die Fische
einerseits zum Suchen zu animieren, andererseits jedoch das
Futter nicht zu weit zu verteilen sondern das Gebiet einzugrenzen.
Der erste Ansitz war ein Donnerstagabend
Anfang August. Das Wetter war ideal, leichter Südwestwind,
damit bewegtes Wasser und wie üblicherweise im August angenehm
warm. In der Zeit von 19 Uhr bis 1 Uhr nachts fing ich sechs
Fische zwischen 5 und 9 kg. Damit keinen „ Riesen“ aber immerhin
auch keinen von den „jungen Wilden“ die sich durch ein Kampfgewicht
von 2 –4 kg auszeichnen. Somit ein sehr guter Erfolg.
Nach zwei Tagen Pause, der nächste Ansitz
von 20 Uhr abends bis 10 Uhr am nächsten Tag. Hier ging für
mich anfangs überraschenderweise bis 0.30 Uhr gar nichts,
man ist geneigt zu sagen sogar noch weniger. Um 0.30 Uhr riss
mich dann allerdings genau das aus meinem zu diesem Zeitpunkt
schon etwas tranigen Zustand aus Zweifel und Müdigkeit, für
das ich hier saß, ein kräftiger Karpfen. Nach ca. 20 Minuten
Drill landete ich den Fisch mit genau 13,5 kg ( Bild 1 ) Mille
Grazie Roma ! , offenbar wirkten die Baits of Glory.
Im Laufe der Nacht ging nicht mehr viel, nur noch zwei Fische,
doch die wogen 8,5 und knapp 10 kg und somit ein super Ergebnis
für diesen Ansitz.
Ich
mache weiter !
Bei zwei weiteren Versuchen fing ich noch einige gute Fische,
allerdings fast keine Kleinen. „The Baits of Glory“ speziell
für Großkarpfen ? Die Frage musste ich mir stellen, da dieses
Ergebnis schon deutlich besser war als alle anderen Erstversuche
mit fertigen Boilies.
„ Alles Quatsch“ , natürlich nur Zufall, guter Platz, gute
Zeit, alles richtig gemacht, usw. Das waren meine wahren Argumente
für diesen Erfolg. Aber die Fakten zählen und somit folgte
der zweite Versuch.
Die Wahl fiel auf ein stark verkrautetes
Gewässer mit ca. 14 Hektar. Hier ist nahezu der komplette
Uferbereich von einem Krautgürtel umgeben und somit ergibt
sich die Situation am eigenen Ufer hinter dem Kraut zu fischen,
oder aber am gegenüberliegenden Ufer (Wald-seite), vor dem
Kraut. Natürlich unabhängig davon, immer an der Krautkante.
Ganz gegen meinen Hang zu „ Süß und Fruchtig“ entschied ich
mich diesmal für Muschel und Fisch/Leber. Zusammen mit einigen
Partikel, fütterte ich diese Sorten in Kombination über einen
Zeitraum von 10 Tagen.
Ich will es kurz machen. Bei vier Ansitzen wovon ich zweimal
auch die ganze Nacht „ im Einsatz“ war, hatte ich zwar nur
wenig Bisse , konnte jedoch insgesamt sechs zweistellige Karpfen
landen, der kleinste wog 17 Pfund. Besonders gefreut hat mich
der Fang von zwei Schuppenkarpfen von 11 kg und 11.5 kg (
Bild 3 ). Ausprobiert habe ich auch Schneemann-kombinationen
aus Fisch und Frucht und fragt mich nicht weshalb, aber es
war bestens. Teilweise lag eine Rute mehr als 20 m außerhalb
des Futterplatzes und es hat hervorragend funktioniert.
Ein heißer Tipp auch für kalte Tage ?
Für eine „kleine“ Tour, so Richtung Jahresende
sollte es dann Ende September die Sorte Sweetcorn/Scopex sein
um die Fängigkeit bei Wassertemperaturen um die 10 Grad auf
die Probe zu stellen. Natürlich steigerte sich diese besondere
Freude auf den ersten Angeltag, wie ich Sie in der Phase des
Anfütterns immer empfinde, auch diesmal stetig, bis es dann
endlich wieder soweit war.
Ein ganzer Abend und die gesamte Nacht verging und ich fing,
kaum zu glauben, nicht einen einzigen Fisch ! Was war passiert
? Zweimal in diesen Stunden meldete sich kurz der Bissanzeiger
und ich sagte vor mich hin „ Nun nimm schon das „blöde Ding“,
ich lass dich auch wieder schwimmen“
, geholfen hat’s nichts.
Durch die vorangegangen Erfolge mit The Baits of Glory, kamen
jedoch weder Zweifel noch Frust auf und wie sagt man so schön,
„ Fische sind auch nur Menschen“.War eben ein ungünstiger
Tag und der konstante Ostwind in dieser Nacht gab auch nicht
unbedingt Anlass zu größerer Hoffnung. Um so mehr stieg die
Spannung, am nächsten Tag den Ansitz zu wiederholen. Und siehe
da, zwar fing ich nur zwei Fische, jedoch wog einer davon
31 Pfund ! ( Bild 4 ). Bild 5 zeigt einen Blick über den See
an einem sehr frischen Oktobermorgen.
Der Erfolg mit „ The Baits of Glory“, hat
mich veranlasst, diesen Bericht zu schreiben. Natürlich ist
es glasklar, das nicht immer alles gleich gut funktioniert
und auch die Karpfen eben an manchen Tagen „ heißer“ sind
als an anderen. Oft hört man „ Der Weg ist das Ziel“ und immer
ist es so, das einer das Ziel eben schneller erreicht als
andere. In diesem Fall eben nicht „einer“ sondern „etwas“.
TBoG Boilies waren in kürzerer Zeit effektiver und der Erfolg
kam häufig schneller als erwartet. Jeder wird bestätigen,
dass es überall etwas gibt, dass sich von anderem abhebt.
Ich vertraue diesen Ködern und Vertrauen ist ja bekanntlich
unbezahlbar. In Bezug auf die letzte Tour im Oktober sage
ich klar, „The Baits of Glory“ auch ein heißer Tipp für kalte
Tage ! Ganz sicher jedoch, ein heißer Tipp für die neue Saison
2003 !
Viel Erfolg beim Testen !
Oliver Hamp
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