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MEIN TACKLE
-von Tomi Popoviæ
Seitdem
ich mit dem Karpfenangeln begonnen habe, hat sich meine Angelausrüstung
ständig verändert. Ich muss dazusagen, dass ich auch diese
Tackle-Boom-Zeit miterlebt habe, und dass diese mich ein bisschen
mitgenommen hat. Damals wünschte ich mir auch mal die Sachen,
von denen ich nicht 100%-ig überzeugt war von der Funktion
und Tauglichkeit her. Hauptsache es war was Neues und hat
einen Namen gehabt. Aber natürlich sorgten die Zeit und Erfahrung
dafür, dass ich mein Zubehör der FUNKTIONALITÄT, RATIONALITÄT
und dem GENUß untergeordnet habe. Das Produkt, das ich benutze
muss diese drei Bedingungen erfüllen, unabhängig davon welcher
Markename dieses Produkt trägt. Ich will nicht die „Grossen
Namen“ schlecht machen oder jemanden abraten diese zu kaufen,
weil ich viele auch selber benutze, aber die müssen für meinen
Bedarf 100%-tig sein. Unter funktional oder flexibel verstehe
ich, dass man ein und dasselbe Tackle in möglichst vielen
Situationen benutzen kann. Ich kann mich noch an mich oder
an meine Kollegen erinnern, als es bei uns hieß, dass für
dieses Wasser die Ruten in Einsatz kommen müssen, für dieses
Ufer diese Liege, für diesen See diesen Rod Pod...... Mein
Tackle hat sich in ein paar Jahren so platz- und finanzenmäßig
erweitert, dass dieses zur Platz- und Finanzlast wurde. Heute
habe ich das ganze viel vereinfacht, wobei ich betonen muss,
dass man nicht immer und in allen Situationen mit dem gleichen
Zubehör zurechtkommen kann. Ich fische in 98% mit gleichen
Ruten, die restlichen 2% sind Situationen, in denen ich weit
werfen oder ähnliches muss. Ich kann nicht in dem gleichen
Schlafsack oder Wetterschutz bei -16°C und bei +25°C schlafen,
genauso mit dem gleichen Bleigewicht und Form in allen Situationen
angeln und da muss ich dieses Zubehör in verschiedenen Formen
haben.
Rational heißt bei mir, dass die Relation
zwischen dem Preis und Qualität meine Anforderungen erfüllt.
Weil ich kein Angler bin, der nur in Sommerzeiten und an Parkteichen
fischt ist es mir sehr wichtig, dass mein Material sehr robust
und stark ist. Dabei muss das Material sehr schnell auf- und
abgebaut werden können, weil ich möglichst viel Zeit zum Aktivfischen
verbrauchen möchte. Wenn ich beim Einkauf feststelle, dass
die zwei Bedingungen ausgefüllt sind, werde ich nach dem Firmennamen
sicher nicht schauen.
Mit der Erfüllung dieser zwei Bedingungen,
wird automatisch auch der dritte –GENUß- stimmen. Einwandfreie
Arbeit von Zubehör und Logistik mit noch gutem Fang, sind
auch eine von den Hauptgründen, warum wir am Wasser sind,
oder?
Ruten, Rollen
und die Schnüre
Die
Ruten, die ich in 98% der Situationen benutze sind Ruten,
die nach meinen Wünschen und Vorstellungen gebaut wurden.
Das sind sehr schmale und leichte Ruten in einer Länge von
12`(feet oder 3,66m) mit einer parabolischen Aktion und Testkurve
von (nur) 2lb. Mit diesen Ruten fische ich überall, wo ich
nicht weit werfen muss oder dort wo ich das Boot benutzen
darf. Viele grosse Karpfen wurden mit dieser Rute an Land
gezogen, was bei „Hardblanks Anhänger“ Skepsis und auch Bewunderung
auslöst. Angeln mit solchen Ruten ist ein wahres Vergnügen.
Auf diesen Ruten sind Daiwa
Emblem 4500Z Rollen, mit aufgewickelter Monofile Control
0,35 oder 0,38mm Stärke von PB Products.
Je nachdem, wie es auf meinem Spot aussieht (ob viele Unebenheiten,
Unterwasserhindernisse, Muschelbänke usw.), verwende ich bei
erst en
ca. 10m sogenannte Schlagschnur. Die Schlagschnur ist wieder
nach der Art der Hindernisse, entweder eine starke Monofile
von 45lbs (Shild von PB Products) oder sehr
harte geflochtene Schnur. Beide Materialen sind sehr abriebfest
und in manchen Situationen nicht wegzudenken. Shild
45lbs benutze ich, wenn ich weiß, dass auf meinem Spot viele
Unterwasserbäume sind, weil sie eine sehr glatte und harte
Oberfläche hat und schneidet sich nicht in das Baumholz ein,
sondern gleitet schön darüber.
Shild ist auch für Beton und Steinpackungen geeignet. An Spots,
wo viele Muschelbänke, Schilf, Seerosen oder Unterwasserkraut
vorhanden sind, nehme ich eine Schlagschnur aus ge-flochtenen
Materialien, wie z.B. Mussel 45lbs und Gatorbraid
0,35mm von PB Products, weil die Schnur sehr
hart und scharf ist, so dass wenn der gehakte Fisch durch
den Schilf oder das Kraut saust, ihn zum Teil durchschneidet
und leichter durch den Krautdschungel geht.
In
letzter Zeit greife ich immer öfter zu meinen ersten zweiteiligen
Karpfenruten. Das sind die Century Armelite CPT 13` in 2,5lb,
die mit altem Shimano US Baitrunner 4500 bestückt sind. Mit
diesen Ruten fische ich aus reiner Nostalgie und Erinnerung
an alte Zeiten und ersten Dicken. Mit einer von diesen Ruten
habe ich auch das erste Mal den Big Ben, damals der größte
Karpfen Deutschlands, gefangen. Ich denke, dass diese Ruten
für immer in meinem Besitz bleiben werden.
Es gibt halt Situationen, wo man mit so
leichten Ruten nicht weiterkommen kann, weil die Fische eben
weiter als 80m stehen und das Benutzen vom Schlauchboot oder
ähnlichem nicht erlaubt ist. Dann benutze ich die Ruten von
13`(Fuß = ca. 3,90m) in 3,25lb, die beim Werfen meiner Montage
eine starke Beschleunigung geben, so dass die über 100m fliegt.
Trotz ihrer Stärke ist die Rute im Drill, durch die parabolische
Aktion, mit dem Fisch sehr sanft. Natürlich sind für ganz
weite Würfe auch Rollen mit Long Cast Spulen erforderlich
und dünne und geschmeidige Schnur. Für Long Cast Aktionen
benutze ich die Daiwa Tournament 5000 ST mit 0,28-er mono
Control oder 0,28-er Gatorbraid.
Beim Angeltrip in Frankreich oder dort
wo man mehr als drei Ruten benutzen darf, fische ich mit 2,5lb
Ruten und schon erwähnten Tournaments.
Futterale
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Die schönen und auch nicht billigen Ruten und Rollen müssen
beim Transport gut geschützt werden. Im alten Hutchinson Futteral
für 3 Ruten transportiere ich meine Toma Karp Ruten, und im
4er meine "Frankreichruten". Diese Transporttaschen
bieten den Ruten vollständigen Schutz vor Beschädigung und
noch genügend Platz für Bank Sticks, Kescher, Ground-Baiter
und Wurfrohre. Für alle anderen Ruten benutze ich Single Jackets,
für jede Rute eine einzelne Tasche.
Montage, Vorfachmaterial, Haken und
Bleie
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Die von mir meist verwendete Montage ist die sogenannte Safety
Bolt Montage, wobei die nicht 100% für den Fisch sicher ist,
aber für Transport unserer Ruten in jedem Fall. Für SB Montage
müssen die Bleie einen eingegossenen Wirbel haben, um diese
an den Safety Clip einhängen zu können. Bei Aktionen, in denen
ich nicht mehr als 80m werfen muss, benutze ich die Ball Bombs
oder in der Flussströmung Extra Heavy von150gr. Für extrem
weite Würfe nehme ich die einzig fischsicheren Helli-Chod
System von PB Products und Power Cast Bleie von 120gr.
Auch an großen Gewässern, wo der Spot auf 150-400m liegt,
benutze ich Extra Heavy Bleie von 180 und 250gr mit Helli-Chot
System, weil es in diesen Situationen sehr oft zu
einem Schnurbruch durch Hindernisse kommen kann. Beim H-Chot
System bin ich mir 101% sicher, dass der Fisch sich schnell
von Blei, Montage und Schnur befreien kann. Bei der SB Montage
benutze ich Tungsten Tube und bei Helli-Chot
System benutze ich Downforce 45lbs eine Leedcore
von PB Products.
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- Vorfachmaterial, welches ich momentan
benutze ist von PB Products und je nach der Situation
und Gewässer suche ich mir das passende raus. Im Programm
von PB Products sind Vorfachmaterialien, die wirklich
jeder Situation gewachsen sind. Von sehr starken, aber
geschmeidigen rundgeflochtenen Vorfächern bis Geflechte
mit der Ummandelung. Meine alte Combi Rigs, die ich
selber zusammen gebastelt habe, habe ich mit vollem
Vertrauen mit Jelly Wire oder Skinlees von PB gewechselt.
Die Länge meiner Vorfächer ist unterschiedlich von Situation
zur Situation. Am liebsten fische ich mit sehr kurzem
Vorfach von 10-15cm, aber an sehr verschlammten, verkrautem
und großsteinreichen Gewässern auch mit 30cm und länger.
Man muss flexibel und kreativ sein. Mit PB Products
Produktpallete ist das alles möglich und macht noch
so viel Spaß dazu.
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- Bleie die ich in verschiedenen Situationen benutze.
An Flüssen mit starker Strömung oder starkem Schiffsverkehr
sind die Extra Heavy Bleie bestens geeignet. |
Haken,
die ich am meisten benutze sind Hayabusa H.BIL288
(ehmalige European Hook) Gr.4, 6 und sehr selten
2. Das ist der Haken, der mich über lange Zeit meines Karpfen-anglerlebens
treu und sehr erfolgreich begleitet hat. Ein sehr stabiler
und scharfer Haken, der optimal greift und hebt. Auf Fischverluste
durch Haken (Ausssteiger) kann ich mich nicht erinnern.
Durch Kontakt mit PB Products habe ich in der Testphase die
neuen teflonbeschichteten Haken benutzt und getestet. Meine
Favourite aus diese Serie sind No Escape (Longshank),
Super Strong und Intruder.
Rod Pod
 
Für sichere Haltung und optimale Lage der
Ruten während dem Fischen benutze ich den Filips Rod Pod,
der mir mit kleinen Modifikationen (Buzzer Barr oder Bank
Sticks wechseln) in 100% der Situationen Gewähr leistet. Ich
benutze ihn bei jedem Wetter und bei allen Gegebenheiten.
Durch meine
zweischichtige Arbeit,
habe ich
oft vor oder nach der Arbeit
geangelt. Das heisst ich musste
schnell und im Dunkeln auf- bzw. abbauen. Die einzige Lösung
damals und auch heute ist, der Rod Pod, den ich ohne Kopflampe
in ein paar Sekunden „Kampfbereit“ aufstelle. Ich benutze
immer noch das alte Model für 2
und 4 Ruten, wobei es schon neue verbesserte Versionen gibt,
und bin ganz zufrieden damit.
Bissanzeiger
Auf
den Buzzer Bars meines Rod Pods sind elektronische Bissanzeiger
aus dem Hause Flauger Carp Sounder. Momentan fische ich mit
dem neuesten ROC XRS Funk Modell, wobei ich schon alle Modelle
aus diesem Haus in der Testphase hatte. Sie sind absolut zuverlässig,
stromsparend und wasserdicht, wie kaum andere Bissanzeiger
auf dem Markt. Sturm, Regen und Schnee, die schaffen es nicht
die Made in Deutschland Qualität aus der perfekten Arbeitslinie
zu bringen.
Mechanische Bissanzeiger, oder sogenannte Pendelbissanzeiger,
benutze ich ebenfalls aus der Produktion Filip`s Angeltechnik.
Sie sind sehr originell und zuverlässig.
Kescher und Abhakmatte (Unhooking
Mat)

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Für die leichte und sichere Landung des
Fisches benutze ich einen sehr großen Kescher, den ich auch
je nach der Situation modifizieren kann. Wenn ich vom Ufer
aus fische, dann benutze ich ein Kescher mit einem Kescherstab
von 1,8m und wenn ich den Fisch vom Boot aus drillen muss,
dann kommt ein Kescher mit der Telescopstange zum Einsatz.
Ein Tele - Kescher stört einfach nicht so im Boot, während
der Fahrt bis zum Fisch, wie ein Kescher mit einteiliger und
langer Kescherstange. Das Netz vom Kescher muss sehr tief
und aus starkem, aber auch schonendem Gewebe sein, so dass
man danach den gekescherten Karpfen sicher bis zu Abhakmatte
(Unhooking Mat) tragen kann. Und wenn ich schon bei der Abhakmatte
bin, da muss ich sagen, dass es hier keine grosse Abweichungen
in Sachen Qualität sein dürfen. Die Matte oder besser gesagt
Matratze muss sehr groß, dick und weich sein, so dass sie
dem Karpfen für diese kurze Zeit so lange er aus seinem Element
heraus ist, eine Sichereit und Komfort gewährleistet. Momentan
hat fast jede Tackle-Firma eine sehr gute Matte im Programm,
die mit Styroporkugeln ausgefüllt und noch dazu eine Schaumstoff
Einlage hat. Wem der Karpfen am Herzen liegt, muss sich als
Priorität beim Tacklekauf setzen, eine gute (egal welcher
Firmenname) Matte zu kaufen. Ich habe schon vieles am Wasser
erlebt.
Ich habe mit diesem Text euch nur einen
Teil meines Tackle vorgestellt. Was den Rest oder besser gesagt
Logistic (Zelte, Schirme, Liege...) angeht, darüber werde
ich euch durch andere Berichte über meine Erlebnisse berichten.
Euer Tomi Popoviæ.
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