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AUF NASE MIT BOLOGNESE UND STECK RUTEN
- von Edin Resiæ
Weißfischangeln mit der Pose ist wahrscheinlich
die Art des Angelns, mit der wir alle angefangen haben uns
mit diesem Hobby zu beschäftigen. Wie in allen Sphären des
Angelns hat sich auch die Posenangelei weiterentwickelt und
aus einem Stück Holz oder Kunststoff wurde eine ganze Wissenschaft
geboren, insbesondere über die Mon-tage, Präsentation des
Köders, Anfütterung usw. Im weiteren Text werde ich versuchen
euch das Angeln auf Nase mit Bolloruten vorzustellen und gleichzeitig
noch ein paar Worte über das Futter zu verlieren. Nach dem
Telefonat mit Tomi (dem die Nase, neben dem Karpfen, ans Herz
gewachsen ist) entschloss ich mich ihn zu besuchen und gleich-zeitig
ein paar Posen aus seinem neuem Programm {System of Glory}
auszuprobieren. Da der Fluss Neckar in unmittelbarer Nähe
fließt, nutzten wir die Gelegenheit die Posen, die für Bollo-Angelei
und fließende Gewässer geeignet sind, auszuprobieren.
    
zoom
Vorbereiten und Anfüttern
Um die Bisse an der Pose zu erkennen, brauchen
wir die Fische am Platz, kurz gesagt, dass das Lockfutter
und die Art wie man es anfüttert eine grosse Rolle spielt,
ob man Erfolg hat oder nicht. Da ich diesen Abschnitt nicht
kannte, habe ich mich für eine ausprobierte Mischung entschieden,
die bis jetzt an allen Gewässern gute Resultate gebracht hat.
Ich mischte 1:1 "Plus 4000" und "Comet", das Futter das Deutsche
Top Angler für die Fa. Angelsport Ofenloch enwickelt haben.
Dazu mischten wir noch Pulverlockstoff "Vanille"und ein wenig
Intense Sweetener aus dem Programm "TK The Baits of Glory".
Tomi gab noch zu seiner Hälfte dieser Mischung das Futter
von Gica Radovic (bekannter jugoslawischer Angler) zu, 500gr.
auf 1 kg., mit der er bei kälterem Wasser gute Erfahrung gemacht
hat. Für die ausgesuchte Stelle und die Art wie wir geangelt
haben war noch wichtig, dass das Futter die Konsistenz hat
die wir brauchen. Wichtig war, dass wir mit leichtem Handdruck
die Kugeln bekommen, die bis auf Grund sinken ohne dass sie
im Mittelwasser zerfallen. Das Futter darf aber nicht zu hart
werden, sondern muss auch locker sein und auf dem Grund langsam
zerfallen, wobei sich kleine Partikel lösen, die die Fische
nur anlocken, ohne sie satt zu machen. Von großer Bedeutung
ist, wie man das Futter macht. Es ist erwünscht das Futter
mehrmals anzufeuchten, bzw. Anfeuchten-10 Minuten ziehen lassen,
daß alle Zutaten schön feucht werden, und das 2-3 mal zu wiederholen.
Es ist wichtig, dass das Futter nicht trocken ist, sonst zerfallen
die Futterkugeln schon beim Aufschlag auf der Wasser-oberfläche.
Das Futter darf aber auch nicht zu nass sein, sonst wird es
zu klebrig und zersetzt sich sehr schwer am Grund was nicht
Sinn der Sache ist.
Futter attraktiv machen
   
Um das Zerfallen der Futterkugeln an Grund
und die gefütterte Stelle noch attraktiver zu machen, haben
wir unserer Mischung noch Maden zugegeben. Die Maden bleiben
im Kugelinneren bis sie auf dem Grund aufschlagen. Die Maden
versuchen nach außen zu kommen, was das Zerfallen der Kugel
beschleunigt und gleichzeitig unser Spot attraktiver macht.
Loten und Taktik wählen
    
Noch bevor wir an das Wasser kamen wussten
wir schon, dass die Strömung an der Stelle, die wir ausgesucht
haben ziemlich "hart" war. Wir wollten direkt unter einer
Schleuse fischen, wo das Wasser recht schnell floss. Obwohl
Tomi die Stelle kannte haben wir loten müssen, um eine Rinne
oder eine Unebenheit zu finden an der sich die Nasen überwiegend
aufhalten. Nach längerem Loten fanden wir endlich das was
wir suchten. Ich hatte noch meine 11 m. Steckrute dabei und
entschloss mich in einer Entfernung von ca. 10 m. von dem
Ufer zu fischen, wo das Wasser etwas langsamer floss und Tomi
fischte in einer Rinne, die gerade ca. 5 m. von dem Ufer weg
war mit natürlich deutlich stärkerer Strömung wie bei mir.
Dann sind zwei Entscheidungen gefallen was die Futterkampagne
betrifft, nämlich Tomi wollte grössere Kugeln füttern, die
auch etwas fester gedrückt waren, in deren Mitte er noch ein
Stein reindrückte um an Gewicht zu bekommen. Er fütterte eine
Stelle punktgenau um die Fische auf einem kleinen Raum zu
behalten. Ich machte kleine Kugeln, Steine ließ ich weg, fütterte
fluss-aufwärts und habe versucht eine längere Spur anzulegen,
so dass ich meine Montage über längere Stecke treiben lassen
kann, um mir die Chance auf einen Biss zu erhöhen.
Zubehör und Montage
     
Um die Montage perfekt führen zu können
und in jedem Moment den Kontakt mit ihr zu haben, fischten
wir mit Bolloruten in der Länge 6 und 7 m. Ich angelte auch
noch mit meiner Steckrute mit einer Länge von 11 m. Unsere
Montagen sahen so aus: Hauptschnur mit Durchmessern in 0,14
und 0,18 mm. Posen TK System of Glory für fließenden Gewässern
mit einer Tragkraft von 3 gr. Hauptblei war ein Laufblei,
2,5 gr., tropfenförmig mit, aus Silikon, schnurschonender
Innenführung. Dazu 4 Schrotbleie und zwar 2x 0,02 g und 2x0,008
g. Vorfächer mit Durchmessern 0,10 und 0,12 mm und 20 bis
35 cm. Länge. Haken in der Grösse 12, 14, 16. Bei einer Montage
sind viele kleine Details zu beachten und zwar: Während Sie
die Pose montieren, achten Sie darauf, dass sich am Kiel der
Pose Minimum drei Stücke Posenschlauch befinden um die Pose
optimal zu fixieren. Ein Stück von dem Posenschlauch schieben
Sie am Kiel entlang bis zu dem Posenkörper, das zweite Stück
fixieren Sie in der Mitte des Kiels und das dritte Stück am
Kielende, so dass die Kielspitze ein wenig bedeckt wird. So
vermeiden sie unerwünschtes Verstellen der Tiefe und Verhedderungen
der Montage. Achten Sie darauf, dass die Hauptschnur an einer
Seite der Pose verläuft und nicht um den Posenkörper oder
Posenkiel gewickelt wird, weil bei einer Verstellung der Tiefe
könnte es zur Beschädigung der Schnur kommen. Das Hauptblei
montiere ich 30 cm oberhalb der Schlaufe, an die das Vorfach
kommt. Das Hauptblei (Laufblei-tropfe-2,5 g.) wird mit einem
Schrotblei 0,2 g gestoppt. Die restlichen drei Schrote befestige
ich an der Hauptschnur mit einem Abstand von 10 cm. voneinander
und zwar so dass das zweite Schrot, 0,2 g., 10 cm. unterhalb
dem Schrot, dass das Hauptblei hält, fixiert wird. 10 cm.
weiter nach unten kommt das dritte Schrot 0,008 g. und das
vierte kommt direkt an den Schlaufenknoten. Die Tiefe stellten
wir so, dass das Vorfach immer am Grund schleift. Wegen Unebenheiten
schleifte sogar an manchen Stellen, das letzte Schrot am Grund,
was die Montage für ganz kurz verlang-samte und uns unerwartete
Bisse brachte.
Die Koder und die Technik des Führens
Als Köder haben wir Maden benutzt, 2-3
Stück am Haken, abhängig von der Haken-grösse und Sensibilität
der Bisse. Wir warfen flussaufwärts und ließen den Köder genau
über unseren Futterplatz treiben. Wir haben darauf geachtet,
dass die Schnur zwischen der Pose und Rutenspitze immer leicht
gespannt war, so dass wir bei kleinsten Posenbewegungen reagieren
können und den Anschlag setzen können. Die Nase nimmt den
Köder schnell, was auf uns Angler überraschende Wirkung hat,
aber nicht selten sind die Bisse auch träge und schwer bemerkbar.
  
Die Position, wie man die Bollorute hält,
sollte dem Uhrzeiger entsprechen, wenn er 2 Uhr zeigt, so
dass man beim kleinsten Biss reagieren kann. Zwischendurch
haben wir den Trieb der Pose für kurze Zeit gestoppt, wobei
die Strömung das Blei und den Köder weiter nach vorne drückte.
Nachdem wir die Pose weiter treiben ließen, neigte sie dazu
den Rest der Montage aufzuholen, was dann das Blei und den
Köder kurz stoppte, was oft noch ein paar zusätzliche Bisse
brachte. Viele werden jetzt sagen, daß meine Montage eigenartig
ist, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, daß diese Montage
funktioniert und dass sie sich bis jetzt oft als erfolgreich
gezeigt hat. Mit unserer Taktik und unserem Futter haben wir
es geschafft kapitale Nasen und Rotaugen auf den Platz anzulocken
und sie auch auf dem Platz über längere Zeit aufzuhalten.
Posenangelei ist gespalten an Bolloangelei, Matchangeln mit
Waggler, dann mit Kristall-Waggler, dann Angeln mit Steckruten
mit einem Gummizug usw. Ich werde mich bemühen Ihnen in kommenden
Berichten, auf Seiten dieser Internet-Seite, diese Angelarten
näher zu bringen und Ihnen zu helfen diese zu verstehen.
Bis dann viel Erfolg am Wasser wünscht
euch
Edin Resiæ.
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